THE GREY WOLF WESTERN DANCERS
THE GREY WOLF WESTERN DANCERS
Aktualisiert am 06.11.2017: Kalender
                                                                                                           Aktualisiert am 06.11.2017: Kalender

Kleine Balletikette

 

Eine verbindliche Balletikette, die auf sämtlichen Bällen Gültigkeit hat, gibt es nicht.
Wird man zu einem Ball eingeladen, erhält man die vom Gastgeber vorgegebene Etikette überreicht.

Diese sollte man unbedingt durchlesen und aus Gründen der Höflichkeit auch beachten.

Folgende Etikette gibt einen Überblick über das, was einen erwarten kann:

 

Die Herren legen vor Betreten des Ballsaales den Hut und die Waffen ab.
Bewaffnung im Ballsaal ist absolut unpassend. Sie tragen die Hosen über den Stiefeln, um die Kleider der Damen nicht mit Schuhschwärze zu verschmutzen.
Selbstverständlich tragen die Herren keine Sporen am Ballabend. Mit den Sporen können den Kleidern der Damen Risse hinzugefügt werden.

Es ist üblich, dass den Damen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Herren gehört. Die Damen geben den Herren die Möglichkeit, sich am Ballabend als Gentlemen zu erweisen.

Die Sitzplätze im Ballsaal sind vorrangig für die Damen reserviert. Sitzende Herren erheben sich und überlassen der Dame ihren Platz, falls diese dies wünscht.

Steht eine Dame vom Tisch auf oder kehrt zum Tisch zurück, stehen alle Herren aus Höflichkeit und Ehrerbietung auf. Der Tischherr der Dame rückt ihr beim Aufstehen den Stuhl weg bzw. rückt ihn beim Hinsetzen zurecht.
Falls die Dame alleine sein sollte, übernimmt der Tischnachbar diese Tätigkeit.

Beim anschließenden wieder setzen gilt folgende Reihenfolge:
Herren in Zivil
Offiziere (hier zuerst die Seniorofficers)
Unteroffiziere
Mannschaft

Eine Dame geht niemals ohne Begleitung durch den Ballsaal. Sie wird immer von einem Gentleman bzw. einer anderen Dame begleitet.

Die Herren sollten stets bemüht sein für das leibliche Wohl der Damen zu sorgen.
Speisen und Getränke werden einer Dame immer von einem Herren an den Tisch gebracht. Die Herren achten stets darauf, dass eine Dame nie ohne Getränk ist.

Ein echter Gentleman ist stets bemüht, seine Dame zu unterhalten. Sollte eine Dame ohne Herrenbegleitung am Tisch sitzen, ist ihr eine ebenso große Aufmerksamkeit zu schenken.

Sollte einer Dame etwas herabfallen, sollte sich stets ein Gentleman finden, der sich geehrt fühlt, der Dame den betreffenden Gegenstand aufzuheben.

Der Ballbegleiter ist verantwortlich für das Aussehen der Dame. Er macht sie höflich aber diskret darauf aufmerksam, wenn an den Haaren oder am Kleid etwas nicht in Ordnung ist. Schaut z.B. der Reifrock unter dem Kleid hervor, ist es üblich, die Dame mit den Worten "Es schneit im Süden" darauf hinzuweisen.

Die Dame trägt am Ballabend kurze Handschuhe, einen Fächer und ein Täschchen für die wichtigsten Utensilien bei sich.
Der Herr trägt ebenfalls den ganzen Abend Handschuhe.
Üblicherweise haben beide mindestens zwei Paar Handschuhe dabei, da auch beim Essen Handschuhe getragen werden.

Für den Ballabend gilt die Regel, dass die Damen, die nicht tanzen möchten, dieses kundtun indem sie vor Beginn des Tanzes ihr Glas oder ihren Fächer in die Hand nehmen, denn die Ablehnung einer Tanzaufforderung ist unhöflich.

Die Herren werden sich bemühen, der Tanzlust der Damen Genüge zu tun.
Die Dame bedankt sich vor und nach dem Tanz in Form eines Knickses oder einer Verneigung des Kopfes verbunden mit einem Lächeln beim Tanzpartner.

Zur Begrüßung einer wohlbekannten, vertrauten Dame ist ein angedeuteter Handkuss durch den Herrn üblich.
Sollte die Dame nicht so vertraut sein ist es angemessen, die Hand zu reichen und durch nicken eine Verbeugung anzudeuten. Eine Dame wird in gleicher Situation die Hand reichen und einen leichten Knicks machen.

Normalerweise wäre es richtig, zuerst den männlichen Gastgeber zu begrüßen, jedoch hat es sich eingebürgert zuerst die Dame zu begrüßen.
Bei der Verabschiedung gilt ebenfalls "Ladys first".

Der Herr hält seiner Begleiterin die Türe auf, er sollte jedoch stets voranschreiten.

Die Dame geht rechts an der Hand oder dem Arm des Herrn. Die Hände sollten dabei mindestens auf Hüfthöhe sein.
Die rechte Hand der Dame stützt dabei meist das Kleid.
Die linke Hand des Herrn ruht gewöhnlich auf dem Rücken des Herrn.

Sollte es einem Paar nicht möglich sein nebeneinander eine Treppe hinauf oder hinunter zu schreiten, so gilt:
Hinauf geht die Dame voran, hinab der Herr.

Auf vielen Bällen ist es üblich, dass gegen 24:00 Uhr die Etikette aufgehoben wird.
Dies wird vom Gastgeber bekannt gegeben, bedeutet aber keinesfalls, dass nun nichts mehr Gültigkeit hat.
Es bedeutet im Normalfall lediglich, dass es den Herren gestattet ist ihre Jacke auszuziehen, sofern sie eine Weste darunter tragen.
Sollten sie keine Weste tragen dürfen sie zumindest ihre Jackenknöpfe, mit Ausnahme des obersten öffnen.
Herren in Zivil tragen ihren Gehrock in der Regel den ganzen Abend offen. Sie sollten aber unbedingt eine Weste darunter tragen.

Geheimnisse der Fächersprache

(Auf den in Deutschland bekannten Historischen Bällen verzichtet man allerdings auf diese Art der Konversation)

 

Ein kleines Brevier - zusammengestellt von Chrysaria Gräfin Tegalliani
 

Zunächst wird die wohlerzogene Dame durch leichtes Fächeln und dezente Blicke sich seiner Aufmerksamkeit versichern. Alsdann mag sie ihm durch das eine oder andere Zeichen manches zu verstehen geben, wie exemplarisch im folgenden dargestellt sei. Demzufolge ist es denn auch eine irrige Annahme, dass nur den Damen die Beherrschung jener Sprache zu eigen sein muss. Denn was wäre eine Sprache nutze, die nur von einer Hälfte verstanden wird?

 

Begrüßung

Linke Hand vor dem Gesicht haltend: Ich suche Bekanntschaft
Offen in der linken Hand haltend: Komm und unterhalte Dich mit mir
Finger am äußeren Rand: Ich möchte Dich sprechen
Rechte Hand vor dem Gesicht haltend: Folge mir

Konversation

Über die Stirn gleiten lassen: Du hast Dich verändert
Auf der rechten Wange ruhen lassen: Ja
Auf der linken Wange ruhen lassen: Nein
Langsam fächelnd: Ich bin verheiratet
Schnell fächelnd: Ich bin verlobt
Über die Augen gleiten lassen: Verzeih mir
Mit der rechten Hand flattern lassen: Ich liebe einen anderen
Über die Wange gleiten lassen: Ich liebe Dich
Geschlossen präsentierend: Liebst Du mich?
Auf die Lippen legend oder doppelt durch die Hand ziehend: Küsse mich
In der rechten Hand tragend: Du bist verwegen
Durch die Hand ziehend: Ich hasse Dich
Öffnen und schließen: Du bist grausam
In der linken flattern oder rechtes Handgelenk kreisen: Wir werden beobachtet

Abschied

An das linke Ohr haltend: Ich möchte, dass Du mich in Ruhe lässt
Hängen lassen: Wir bleiben Freunde
Anzahl der Stäbe: Angabe der Uhrzeit für die Verabredung
Weit öffnend: Warte auf mich
Hinter den Kopf haltend: Vergiss mich nicht
Mit abgespreiztem kleinen Finger haltend: Auf Wiedersehen



Die American History Friends beschreiben die Balletikette auf Ihrer Seite so:

 

Langweilte sich eine unternehmungslustige Dame in einer Gesellschaft, signalisierte sie, dass sie Bekanntschaft suche.
Sie hält den geöffneten Fächer in der linken Hand halb vor das Gesicht und fächelt sich zu, d. h. komm zu mir.

Hat sie einen Herrn entdeckt, der ihr gefällt, so übermittelt sie ihm: Komm und unterhalte Dich mit mir.
Sie trägt dann den Fächer geöffnet in der linken Hand und winkt dem Herrn unmerklich zu.

Ist sie dann in Leidenschaft zu ihm entbrannt, sagt sie ihm: Ich liebe Dich!
Fächer geöffnet mit der linken Hand über die Wange gleiten lassen.

Ist sie sich nicht sicher, ob der Herr ihre Gefühle erwidert, fragt sie ihn: Liebst Du mich?
Fragend über den geschlossenen Fächer schauend.

Ist die Antwort nein und die Dame enttäuscht, bittet sie sich aus, in Ruhe gelassen zu werden.
Geschlossen an das linke Ohr haltend
oder aber, da Liebe und Hass eng beieinander liegen, bedeutet sie ihm, dass sie ihn ab sofort hasst.
Sie zieht den Fächer mit kurzen Schlägen mehrfach durch die Hand.

Stellt der Herr ihr Fragen, so beantwortet sie diese mit ja, indem sie den geschlossenen Fächer an die rechte Wange hält, mit nein, wenn er an der linken Wange ruht.

Hat sie etwas getan, was ihren Kavalier geärgert hat, bittet sie ihn um Verzeihung.
Den geöffneten Fächer vor dem Gesicht nach rechts und links hin- und herbewegen.

Entspricht er ihrer Bitte nicht und verhält sich weiter abweisend, so öffnet und schließt sie ihren Fächer und bedeutet ihm damit: Du bist grausam.

Wirbt ein Mann um sie, der ihr nicht gefällt, zerstört sie seine Hoffnung, indem sie sagt: Ich liebe einen anderen.
Mit der rechten Hand halb geöffnet flattern lassen.

oder


Sie bedeutet ihm, ich bin verheiratet.
Den geöffneten Fächer in der linken Hand langsam zu sich hin- und herbewegen, dabei enttäuscht schauend.

Bemerkt die Dame, dass ihr tête à tête beobachtet wird, warnt sie ihren Kavalier.
Fächer in der rechten Hand wirbeln lassen und in die bewusste Richtung schauend
und bittet ihn dann in eine stille Ecke zu einem Gespräch unter vier Augen.
Fächer geöffnet haltend und mit zwei Fingern am oberen Rand entlangfahrend.

Erwartet die Dame den Herrn am Abend, so schaut sie über den geöffneten Fächer hinweg und teilt ihm die Stunde des Stelldicheins mit, indem sie mit dem Finger die entsprechende Anzahl der Falten antippt.

Hat die Dame den Herrn ihrer Wahl gefunden, legt sie den geschlossenen Fächer an ihre Lippen und bedeutet ihm damit: Küss mich, aber, bitte, nicht hier.
Sie hält den geöffneten Fächer in der rechten Hand vor dem Gesicht und im Herausgehen winkt sie ihm: Folge mir!

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